Yvonne Kupfer


M.A. Kunstpädagogik an LMU München, Kunsttherapeutin am KI-Institut München,

Promotion an der Universität Augsburg, betreut durch Frau Prof. Dr. Constanze Kirchner, (voraussichtl. Abschluss 2018/19)

Thema: Bildbesprechung mit schizophrenen Patientinnen und Patienten über ihre  Werke im kunsttherapeutischen Prozess – Methoden und Fallbeispiele

Abstract

Hintergrund: Bei psychiatrischen Krankheitsbildern wie der Schizophrenie kann die verbale Kommunikation von Patientinnen und Patienten elementar gestört sein. Künstlerische Therapien entwickeln alternative Wege, um in die Kommunikation mit den Patienten einzutreten und darüber eine gemeinsame Sprache zu entwickeln. Einen solchen Weg bietet auch die Kunsttherapie. Nicht eindeutig ist bis heute in der Psychotherapieforschung geklärt, inwieweit sich die wirksamen kunsttherapeutischen Elemente standardisieren lassen. Das gilt insbesondere für den Teilbereich der Gespräche mit Patientinnen und Patienten über ihre Werke im kunsttherapeutischen Prozess. Es existiert bislang keine Forschung, wie die Gesprächsmethoden über die Patientenbilder wirksam eingesetzt werden können, noch wie effizient diese im kunsttherapeutischen Prozess tatsächlich sind.

Ziel: Ziel dieser Studie ist es herauszufinden, welches Rüstzeug das therapeutische Gespräch über das Patientenbild benötigt, um erfolgreich im kunsttherapeutischen Prozess zu sein. Anhand der audioanalytischen Befunde der Patienten sollte eine Entwicklung des Krankheitsverlaufes festzustellen sein. Im weiteren Verlauf der Studie wird die Wirkung der Therapeutengeführte Bildbesprechung inhaltsanalytisch untersucht, so dass ein Kategoriensystem entwickelt werden kann, das einerseits modellhaft einen erfolgreichen Gesprächsverlauf beschreibt und andererseits Merkmale systematischen Vorgehens der Therapeutengeführten Bildbesprechung filtert.

Methode: Die Studie untersucht über sechs Monate (05/2016 – 10/2016) hinweg acht ausgewählte Patientinnen und Patienten (n=8), die im Rahmen ihrer wöchentlichen Kunsttherapie bildnerisch tätig sind und im Anschluss Einzelgespräche über ihre entstandenen Werke mit der Therapeutin führen. Die Therapeutengeführte Bildbesprechung wird als teil-standardisiertes Leitfaden-Interview in der Einzeltherapie durchgeführt. Die Interviews werden digital aufgezeichnet, transkribiert und mittels einer Computer-gestützten Stimm- und Sprachanalyse der Firma PRECIRE hinsichtlich der Entwicklung des Kommunikationsvermögens ausgewertet. Um herauszufinden, welchen Beitrag die Therapeutengeführte Bildbesprechung in dem Entwicklungsprozess leistet und inwiefern die Gesprächsführung, die auf die Patientenbilder rekurriert, ausgestaltet werden muss, um erfolgreich zu sein, werden die Interviews im Anschluss inhaltsanalytisch ausgewertet.

Ergebnisse: Mit Beendigung der Datenerhebung im Oktober 2016 stand fest, dass der überwiegende Teil der Patientengruppe kontinuierlich an der Studie teilgenommen  konnte. Die Audiodateien aller Patientinnen und Patienten der Studie werden für die Datenübertragung vorbereitet bzw. befinden sich in der Auswertung.


Publikationen

Kupfer, Y./Rief, G.: Kunst überwindet Grenzen. Murnau 2016


Projekte

Planung und Gestaltung eines internationalen Künstlertreffens vom 12. bis 24. Juni 2016 in Murnau in Kooperation mit EuroArt, der Gemeinde Murnau und der Künstlervereinigung „Tusculum“


Vorträge/Workshop

06.2016 Posterpräsentation: „Systematische Sprachanalyse: Führt sie zum Nachweis therapeutischer Veränderungen in der Kunsttherapie?“, 2. Forschungstagung der künstlerischen Therapien, Remscheid


Ausstellungen

seit 2011 regelmäßige Teilnahme bei Ausstellungen  im Gemeinschaftsatelier „Tusculum“, Murnau und im Kultur- und Tagungszentrum, Murnau 
sowie im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

2007, 2008 Initiierung und Begleitung von Ausstellungen psychisch Kranker aus dem „Marienheim“ in der Herzogsägmühle in Peiting

2016 Initiierung und Begleitung der Kunstaustellung „Kunst als Therapie“ von Dr. med. vet. W. Schönweitz im Foyer der Raiffeisenbank in Peiting

Oktober 2017: Teilnehmerin bei der Gemeinschaftsausstellung „Tag der Malerei“ in Budapest, Ungarn