Simone Klees


Magistra Artium Soziologie, Theatertherapeutin

Promotion an der Universität der Künste Berlin, betreut durch: Prof. Dr. Ute Pinkert Univ. der Künste Berlin, (voraussichtl. Abschluss 2018)

Thema: Ästhetisches Erleben in theatertherapeutischen Spielprozessen – eine empirische Erhebung von Wirkweisen des theatralen Gestaltens im therapeutischen Setting

Abstract

Hintergrund: Theatertherapie ist eine hierzulande noch junge Therapieform. In der Anwendung in klinischen und nicht-klinischen Settings wird sie als sehr wirkungsvoll erlebt und gewinnt ständig an Aufmerksamkeit. Die aus der Praxis entwickelte künstlerische Therapieform bedarf fundierter Theoriebildung und systematischer Grundlagenforschung. Eine Besonderheit der Theatertherapie ist die zwischenleibliche Erfahrung im Spiel und damit verbunden möglicherweise das Erleben einer Differenzerfahrung: zwischen Spieler_n und Figur, Darstellender und Dargestelltem (vgl. Hentschel 2010). Empirische Untersuchungen zu (ästhetischen) Erfahrungen in der Theatertherapie und deren Wirkweisen fehlen bislang.

Ziel dieser Arbeit ist es, das (ästhetische) Erleben im Spiel aus Sicht der Patient_n zu erfassen.  Anhand von Beobachtungen und Befragungen soll untersucht werden, wie sich diese Erfahrung in der Theatertherapie darstellt und welche möglichen Wirkweisen sich daraus ableiten lassen.

Methoden: In der 1. Phase (Grundlagen) wird die theoretische Basis von ästhetischem Erleben in theatertherapeutischen Spielprozessen analysiert. Da die Theoriebildung in der Theatertherapie noch am Anfang steht, wird auch auf Theorien aus Theaterpädagogik, Kulturwissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie zurückgegriffen.

In der 2. Phase (Methodenentwicklung) werden Methoden zur Beobachtung theatertherapeutischer Spielprozesse und zur Erfassung des subjektiven (ästhetischen) Erlebens von Patient_n entwickelt.

In der 3. Phase (Erhebung) werden 10 Theatertherapiesitzungen in einem allgemeinpsychiatrischen klinischen Setting beobachtet und leitfadengestützte Interviews mit den teilnehmenden Patient_n geführt.

In der 4. Phase (Theoriebildung) werden dem Forschungsansatz der Grounded Theory entsprechend erste theoretische Annahmen zum ästhetischen Erleben und dessen Wirkweisen in der Theatertherapie formuliert.

Zu erwartende Ergebnisse: Als Studienergebnis wird ein vertieftes Verständnis von Prozessen und Wirkweisen der Theatertherapie angestrebt. Damit soll ein Beitrag zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung und Methodenentwicklung in den Künstlerischen Therapien geleistet werden.

Diskussion: Eine systematische Untersuchung und Darstellung von Prozessen der Theatertherapie, die auch das ästhetische Erleben berücksichtig, ist Voraussetzung zum besseren Verständnis dieser Therapieform. Um die Theoriebildung über Zusammenhänge und Wirkweisen in theatertherapeutischen Prozessen voranzubringen und diese anschlussfähig zu kommunizieren, sind explorative Studien notwendig. Diese dienen, vor dem Hintergrund eines zunehmenden Bedarfs an multimodalen Therapieangeboten, auch der Vorbereitung weiterer Studien und der Etablierung der Forschungsfeldes Theatertherapie.


Publikationen

Klees, S. (2016): „A Hero´s Journey in a German psychiatric hospital: A case study of the use of role method in individual drama therapy“. Drama Therapy Review (DTR) 2 (1). S. 97–108 (in Druck)

Schulze, C./ Klees, S. (2016): „Kunsttherapie im Gruppensetting: IiGART – Entwicklung eines standardisierten Instruments zur Dokumentation und Forschung“. (in Vorbereitung)

Klees, S. (2014): „Erzähl´ mir meine Geschichte“ in Dudek, N./ Müller-Weith, D./ Wührl Struller, K.: Dramatherapeutische Praxis. Schibri-Verlag. S.190-191

Schulze, C./ Klees, S./ Kasper, J. (2013): Abschlussbericht zum Forschungsprojekt: Zur Entwicklung und Validierung eines Modells IiGART (Interaction in Group Art Therapy) gefördert durch Arbeitsgruppe Innovative Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen (AGIP) 


Vorträge und Workshops

4.2017: Vortrag: „Dramatherapy in a multimodal setting with patients with chronic pain syndrome“ im Rahmen der 3. Konferenz der European Federation of Dramatherapy, Artevelde University College, Gent, Belgien

11.2016: Vortrag: „Wirkweisen der theatertherapeutischen Praxis im Kontext der Multimodalen Schmerztherapie“ im Rahmen des 1. Forschungsnachmittag der Künstlerischen Therapien in der Multimodalen Schmerztherapie (MMST), HKS, Ottersberg

10.2016: Workshop: „The Five-Element-Cycle – A Journey Through Emotions“ im Rahmen der 37th Annual Conference North American Drama Therapy Association, Hilton Conference Center, Seattle, U.S.

7.2016: Gastvortrag: „Theatertherapeutische Arbeitsfelder“, im Rahmen eines Seminars zu Berufsfeldern der Theaterpädagogik von Prof. Dr. U. Pinkert, Universität der Künste, Berlin

6.2016: Vortrag und Moderation von „’Visionen’ zu theatertherapeutischen Forschungsvorhaben, Doktorarbeiten, Projekten“, im Rahmen der Sommerakademie Theater und Therapie 2016, Akademie Remscheid

5.2016: Gastvortrag: „Aufzeichnen ohne System? – Gedächtnisprotokolle in der klinischen Praxis“, Ringvorlesung: Aufführen. Aufzeichnen. Anordnen. Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg

3. 2016: Gastvortrag: „Theatertherapie als Forschungsfeld“, Ringvorlesung: Ausgewählte Ansätze und Methoden der Kunsttherapie: Aktuelle Praxis-, Theorie- und Forschungsfelder, Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg