Kerstin Schoch


Dipl.-Kunsttherap. (FH) / Psychologin (B.Sc.)

Promotionsvorhaben an der Universität Witten/Herdecke, Department Psychologie und Psychotherapie, betreut durch: Prof. Dr. Thomas Ostermann (voraussichtlicher Abschluss 2019)

Thema:  Methodische Entwicklung von RizbA – Ein quantitatives Ratinginstrument zur Analyse Bildnerischen Ausdrucks

Abstract

Hintergrund: Eine grundlegende Annahme der Kunsttherapie ist, dass das Gestaltete etwas mit dem Gestaltenden zu tun hat. Diese Annahme umfasst verschiedenste differentialpsychologische und klinische Konstrukte. Empirisch wurde diese Hypothese jedoch bislang kaum überprüft, da es an entsprechenden quantitativen Instrumenten mangelt. An dieser Stelle leistet das Ratinginstrument für zweidimensionale bildnerische Arbeiten (RizbA) einen entscheidenden Beitrag.

Methode: Das Konstrukt Bildnerischer Ausdruck wird in sieben theoretische Inhaltbereiche unterteilt (Darstellung, Farbe, Form, Raum, Bewegung, Komposition, Ausdruck), die sich zum Gesamtkonstrukt zusammensetzen. Die Testentwicklung erfolgt empirisch gestützt und basiert auf kunsthistorischen und kunsttherapeutischen Theorien zur Bildanalyse.

Bislang wurden zwei Onlinestudien anhand von neun Bildern durchgeführt, die von Experten (n1 = 12, n2 = 8) unter Verwendung von RizbA analysiert wurden. In der ersten Studie wurde ein Itempool von 113 Items untersucht. Als Kriterium für die Itemauswahl dienen statistische Kennwerte wie Itemschwierigkeit, Inter-Rater-Reliabilität, Diskriminanzfähigkeit und Inter-Item-Korrelationen. Für beide Erhebungen wurden Hauptkomponentenanalysen berechnet. Aktuell läuft eine weitere Stichprobe mit einer repräsentativen Stichprobe.

Ergebnisse: Die derzeitige Endversion umfasst 26 Items und verfügt über eine Inter-Rater-Reliabilität zwischen .897 (T1) und .766 (T2) sowie einer Inter-Rater-Reliabilität zwischen .525 (T1) und .917 (T2). Die Test-Retest-Reliabilität beträgt .919. Die Hauptkomponentenanalyse ergibt eine sinnvoll interpretierbare 4-Faktoren-Lösung, die über die zwei Testzeitpunkte hinweg weitestgehend stabil bleibt. Eine weitere Erhebung mit einer repräsentativen Stichprobe zur Validierung des Instruments läuft aktuell.

Diskussion: Kunsttherapeutische Grundlagenforschung, die auch quantitative Aspekte berücksichtigt, steckt noch in den Kinderschuhen. Als reliables quantitatives Messinstrument ermöglicht RizbA die Berechnung von Korrelationen und damit die Erforschung vielfältiger Zusammenhänge von Bildnerischem Ausdruck mit den anderen differentialpsychologischen sowie klinischen Konstrukten. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in kunsttherapeutischer sowie psychologischer Grundlagenforschung.


Publikationen

Schoch, K. (in Druck). Measuring art: Methodical development of a quantitative rating instrument measuring pictorial expression. The Arts in Psychotherapy.


Vorträge

2010 Fallvorstellung eines kunsttherapeutischen Verlaufs in den Intensivgruppen, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

2010 Psychotraumatologie im Kindes- und Jugendalter, Interne Fortbildung, Kinder- und Jugendhilfezentrum Wespinstift, Mannheim

2011 Kunsttherapie als prozessorientierte, tiefenpsychologisch-psychodynamische Arbeitsweise, Fortbildung, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

2016 Kunst als Brücke: Analyse des Bildnerischen Ausdrucks traumatisierter Kinder anhand quantitativer und qualitativer Instrumente, Gastvortrag Ringvorlesung, Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg

2016 Psychotrauma in Kinderbildern: Eine methodische Betrachtung anhand eines quantitativen Instrumentes zu Bildanalyse, Gastvortrag Ringvorlesung, Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg

2017 Kunst messen? Methodische Entwicklung eines quantitativen Ratinginstruments für zweidimensionale bildnerische Arbeiten (RizbA), 3. Forschungstagung der Künstlerischen Therapien, Hamburg


Ausstellungen

2017 Schimmere, Einzelausstellung, SRH Hochschule, Heidelberg

2013 Fremdbilder, Gruppenausstellung, Breidenbach Studios, Heidelberg

2013 Happiness is expensive, Einzelausstellung, Orange, Heidelberg

2007 Diplomabschlussausstellung, Stuttgart

2004 Studierende der HKT, Gruppenausstellung, HKT, Nürtingen

2004 Eingesperrt, Gruppenausstellung, HKT, Nürtingen

2003 Kunst am Neubau, Dauerausstellung, Klinikum am Weissenhof, Weinsberg


Vita (Auszug)

1983 Geboren in Heilbronn/Neckar

2003-2008 Studium der Kunsttherapie, Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen

2005 Studium Creatieve Therapie beeldend, Hogeschool van Arnhem en Nijmegen

Seit 2008 Freiberufliche Arbeit, kunsthochzwei

2009-2015 Therapeutischer Fachdienst im kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich, Kinder- und Jugendhilfezentrum Wespinstift Mannheim

2010-2014 Studium der Psychologie, Universität Mannheim

Seit 2014 Lehraufträge an der Fakultät für Sozialwesen, Studiengang Soziale Arbeit, Hochschule Mannheim

Seit 2014 Stipendium der Mathilde-Planck-Stiftung

Seit 2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunsttherapie und Forschung, Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg

2017 Lehrauftrag an der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften, Studiengang Kindheitspädagogik, SRH Hochschule Heidelberg


Kontakt

Kerstin Schoch
Dipl.-Kunsttherap. (FH)/ Psychologin (B.Sc.)

Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg
Institut für Kunsttherapie und Forschung
Am Wiestebruch 68, 28870 Ottersberg
+49 4205 394925
kerstin.schoch@hks-ottersberg.de
www.kunsttherapieforschung.de

Bergmannstraße 31, 10961 Berlin
mail@kunsthochzwei.com
www.kunsthochzwei.com