† Karen Harmsen


Dipl. Heilpädagogin/ Schwerpunkt Kunsttherapie, seit 1997 Kunsttherapeutin in der Pädiatrischen Onkologie und
Hämatologie, Uniklinik Köln. Leitung der Studie: Wirksamkeit von Kunsttherapie auf Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung von onkologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen während der Intensivtherapiephase (Studienstart: 12/2014). Kooperationspartner in der klinischen Studie zur Auswertung der Kinderzeichnungen sowie der künstlerischtherapeutischen Ergebnisse: Prof. Dr. Constanze Schulze, Institut für Kunsttherapie und Forschung, Hochschule für
Künste im Sozialen, Ottersberg.

Promotion an der Universität Witten/Herdecke, betreut durch: Prof. Dr. Thomas Ostermann, Fakultät für Gesundheit, Department für Psychologie und Psychotherapie, Universität Witten/Herdecke

Thema: Analyse und Interpretation einer aktuellen klinischen Studie zu Kunsttherapie in der Kinderonkologie der Uniklinik Köln auf der Grundlage einer künstlerisch evidenz-basierten Forschung im Mixed Methods Design. Titel der Studie: Wirksamkeit von Kunsttherapie auf Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung von onkologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen während der Intensivtherapiephase.

Abstract

Hintergrund: Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren ist die Kunsttherapie bereits innerhalb der psychosozialen Versorgung der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie der Uniklinik Köln fest installiert. Diese Gegebenheit bietet grundlegende Vorrausetzungen zur Umsetzung der monozentrischen Studie im randomisierten Cross-Over-Design. Das vorliegende Projekt in der Kinderonkologie der Uniklinik Köln folgt den aktuellen Forschungsanforderungen, indem es auf eine systematische Untersuchung der Wirksamkeit von Kunsttherapie hinsichtlich Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung von onkologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen zielt. Eine Auswertung und Interpretation der Kinderzeichnungen wird mit verschiedenen
Instrumenten der quantitativen und qualitativen Bildbetrachtung vorgenommen.

Ziel der klinischen Studie ist ein Nachweis der kunsttherapeutischen Wirkfaktoren in der Pädiatrischen Onkologie hinsichtlich Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung. Darauf aufbauend verfolgen wir die Möglichkeit einer differenzierten Anpassung der kunsttherapeutischen Verfahren an unterschiedliche onkologische Diagnosen und Erkrankungsverläufe.

Methoden: In die prospektive Studie eingeschlossen werden kinderonkologische Patienten der Uniklinik Köln im Alter von 6-18 Jahren, die mit einer onkologischen Erkrankung (Leukämie/ Lymphom, Hirntumor, Osteosarkom/ Ewingsarkom oder Weichteilsarkom) stationär oder teilstationär behandelt werden. Es liegt ein randomisiertes Cross-Over-Design vor. Eine Gruppe erhält die frühe Intervention mit Kunsttherapie 2-4 Wochen nach Diagnosestellung, die andere Gruppe startet 3 Monate nach
Studieneinschluss mit der Teilnahme am kunsttherapeutischen Angebot. Beide Gruppen erhalten 3 Monate lang Kunsttherapie mit 6–9 Einzelsitzungen á 60-120 Minuten. In Anlehnung an das Mixed Methods Forschungsdesign sollen die Hypothesen der Studie sukkzessiv untersucht werden. Dazu verwenden wir qualitative Testverfahren (KINDL-Fragebogen, FEEL-KJFragebogen,
KIDCOPE-Fragebogen und Faces-Scala) zur Erfassung der Lebensqualität und Emotionsregulation. Zur Auswertung und Interpretation der künstlerischen Werke werden Instrumente der quantitativen und qualitativen Bildbetrachtung (DoKuPro nach Elbing et al., 2009; IiGART nach Schulze et al., 2011; Psychodiagnostische Analyse und Interpretation von Zeichnungen nach Sehringen, 1999) eingesetzt, um mehrdimensional den Zusammenhang von narrativem Mitteilungs- und Darstellungswert (in Motiv und Motivkomposition) sowie Ausdruckswert von Bildern bzw. bildnerischen Gestaltungen zu erfassen.

Zu erwartende Ergebnisse und Diskussion: Mit dem Einsatz der Kunsttherapie erhoffen wir eine Verbesserung der Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung von onkologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen. Wir gehen davon aus, dass ein früher Beginn der Kunsttherapie zeitgleich mit dem Beginn der onkologischen Behandlung die positiven Effekte der Kunsttherapie auf Lebensqualität, Coping und Befindlichkeit erhöht. Zudem erwarten wir eine Korrelation von den Auswertungsergebnissen der Malereien und Objekte mit den Resultaten der psychologischen Tests. Durch einen Differenzierung der Patienten in drei große Hauptgruppen von Erkrankungen zielt die Studie auf eine Verbesserung der Anpassung von kunsttherapeutischen Verfahren an die jeweiligen Diagnosen und Erkrankungsverläufe.


Vorträge/ Workshops

07.03.2008 Vortrag: „Aufgaben und Ziele der Kunsttherapie in der Kinderonkologie – Ein Einblick in die Lebenswelten onkologisch erkrankter Kinder und Jugendlicher“, Präsentation im Förderverein für krebskranke Kinder e.V., Köln

14.12.2010 Fachvortrag: „Planung der Studie: Wirksamkeiten von Kunsttherapie auf die Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung von onkologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen während der Intensivtherapiephase“, im Rahmen der Arbeitstreffen des Klinischen Studienzentrums Pädiatrie, Uniklinik Köln

13.10.2011 Gastvortrag: „Einfach nur abwarten und nichts tun? Onkologisch erkrankte Jugendliche im Umgang und in der täglichen Auseinandersetzung mit ihrer Erkankung und der medizinischen Behandlung.“, im Rahmen eines Seminars von Prof. Dr. C. Schulze, Studiengang Kunst im Sozialen. Kunsttherapie und Kunstpädagogik, Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg

11.05.2012 Vortrag: „Kunsttherapie als Bestandteil der Psychosozialen Versorgung in der Kinderonkologie – Aufgabenfelder und Fallbeispiele“, Präsentation im Förderverein für krebskranke Kinder e.V., Köln

03.07.2012 Fachvortrag: „Kunsttherapie in der Kinderonkologie – Einblicke in das klinische Arbeitsfeld der Kunsttherapie mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern und Jugendlichen“, im Rahmen einer Vortragsreihe des Arbeitskreises Psychosozialdienste der Kinderklinik für ärztliches Fachpersonal der Kinderklinik, Uniklinik Köln

24.-26.01.2013 Leitung und Organisation der Tagung Arbeitstreffen der Kunst- und Musiktherapeuten in der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie (PSAPOH). Thema: „Instrumente der Kunst, Farben der Musik – wie wir womit arbeiten. Konkrete Arbeitsweisen, Methoden und Materialien. Waldpiratencamp der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Heidelberg

15.09. und 19.09.2014 Workshop: „Kunst verbindet über Grenzen hinaus“, eine Kunstaktion mit Patienten unterschiedlicher Nationalität in der Kinderklinik der Uniklinik Köln: Gemeinsame Bemalung des Treppenhauses der Kinderklinik/Uniklinik in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe Golden People unter der Leitung des polnischen Künstlers Pawel Althamer, Initiator: Jakub Wawrzcyniak, ehemaliger Patient der Kinderonkologie und Vizepräsident des Polnischen Konsulats, Köln

18.06.2015 Gastvortrag: „Herausforderungen der Kunsttherapie in der Kinderonkologie: Skizze eines mehrperspektivischen Forschungsvorhabens.“, im Rahmen eines Seminars von Prof. Dr. C. Schulze, Studiengang Kunst im Sozialen. Kunsttherapie und Kunstpädagogik, Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg

14.11.2015 Museumsführung: „Farbe und krankheitsbedingte Lebenskrisen“, in Kooperation mit Prof. Dr. F. Berthold, Pädiatrische Onkologie und Hämatologie der Uniklinik Köln, im Rahmen der 12. Kunstnacht im Museum Ludwig, Köln

12.01.2017 Vortrag: „Grundlegende Aspekte in der Entwicklung und Durchführung einer aktuellen Kunsttherapiestudie im Bereich Kinderonkologie“, im Rahmen der Tagung Arbeitstreffen der Kunst- und Musiktherapie in der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie (PSAPOH). Waldpiratencamp der Deutschen Kinderkrebsstiftung, Heidelberg


Ausstellung

07.05.- 07.06.2002 Ausstellung: „Lebensbilder – Wunschbilder – Abschiedsbilder“. Eine Werkpräsentation von 90 Bildern und Zeichnungen onkologisch erkrankter Kinder und Jugendlicher, entstanden während der stationären Behandlung in der Uniklinik Köln unter kunsttherapeutischer Begleitung von Karen Harmsen. Schirmherrin: Rosemarie Trockel. Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse, Köln


Klinische Kunsttherapie-Studie

seit Dezember 2014 Leitung der prospektiven, monozentrischen und randomisierten Studie: „Wirksamkeit von
Kunsttherapie auf Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung von onkologisch erkrankten Kinder und
Jugendlichen während der Intensivtherapiephase“, Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie, Uniklinik Köln