Absolventen


R_KortumDr. Ria Kortum

„Kunsttherapie in der ambulanten Kinderkardiologie. Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines Behandlungskonzeptes zur Ressourcenförderung und Krankheitsbewältigung bei chronisch herzkranken Kindern“

Betreuer_innen: Prof. Dr. Barbara Wichelhaus, Prof. Konrad Brockmeier, Prof. Dr. Klaus Fischer

Laufzeit: 2008-2013

Abschluss (Publikation): Kortum, Ria (2013) Kunsttherapie in der ambulanten Kinderkardiologie. Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines Behandlungskonzeptes zur Ressourcenförderung und Krankheitsbewältigung bei chronisch herzkranken Kindern. Berlin: Logos Verlag.

Abstract

Kunsttherapie nimmt in der klinischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine zunehmend wichtige Rolle ein. Sie unterstützt die Verarbeitung krankheitsbedingter Erfahrungen und psychosozialer Belastungen und fördert die individuellen, gesundheitserhaltenden Ressourcen und allgemeinen Entwicklungspotenziale. Trotz dieser Potentiale ist die Kunsttherapie in der Kinderkardiologie, insbesondere in der Ambulanz, bisher wenig etabliert. Ziel der Untersuchung war es ein kunsttherapeutisches Behandlungsmodell für chronisch herzkranke Kinder theoriebasiert und anwendungsbezogen zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren. Über einen Zeitraum von einem halben Jahr wurde Kunsttherapie als ambulante begleitende Behandlungsmaßnahme in der Kinderkardiologie des Herzzentrums der Universitätsklinik zu Köln in drei Kleingruppen angeboten. Anhand von Videoaufzeichnung und Gestaltungen der Kinder wurden Prozessverläufe erfasst, in Abschlussinterviews mit Eltern und Kindern reflektiert und die so gewonnenen Ergebnisse abschließend qualitativ computergestützt (atlas.ti) ausgewertet. Ergänzend dazu wurden ein Menschzeichentest (ZEM) erhoben sowie der Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (KINDL-R) im Prä- Post Design eingesetzt und statistisch und vergleichend mit hierzu vorliegenden Normwerten ausgewertet.

Die Studienergebnisse fundieren und begründen die Entwicklung eines Modells kunsttherapeutischer Interventionen für den ambulanten, kinderkardiologischen Bereich. Darüber konnten ressourcenfördernde und belastungsreduzierende Wirkfaktoren und tendenzielle Wirksamkeiten zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität aufgezeigt werden.

In Anbetracht der steigenden Zahlen chronischer Erkrankungen und damit assoziierten psychosozialer Probleme ist die Entwicklung und Legitimation begleitender Therapien von wesentlicher Bedeutung. Durch die Kunsttherapie kann ein Beitrag in der Prävention und Therapie solcher Begleit- und Folgeprobleme geleistet werden. Der empirische Nachweis des positiven Zusammenhanges zwischen Kunsttherapie, Ressourcenförderung und Belastungsreduktion steht mit der durchgeführten Untersuchung an einer zunächst nur kleinen Stichprobe jedoch noch am Anfang. Weitere Wirksamkeitsnachweise, auch an größeren Populationen sind erforderlich, um die Ergebnisse abzusichern und die Etablierung von Kunsttherapie in der Kinderkardiologie perspektivisch voranzutreiben.

Finanziert im Rahmen eines Promotionsstipendium durch die „Kroschke Stiftung für Kinder e.V.“ und den „Verein der Freunde und Förderer des Herzzentrums des Universitätsklinikums Köln e.V.“, Materialkostenübernahme durch die „Elterninitiative herzkranker Kinder e.V.“


Dr. rer. medic. Renate Oepen

„Kunsttherapie zur Wohlbefindenssteigerung bei Waldorflehrern – eine explorative Studie im Rahmen von Prävention und Gesundheitsförderung“

Betreuer: Prof. Dr. Peter Heusser (Universität Witten/Herdecke), Prof. Dr. Harald Gruber (Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter)

Laufzeit (inkl. Vorstudie): 2010 – 2015

Abstract

Trotz hoher beruflicher Zufriedenheit weisen über ein Drittel der Waldorflehrer eine deutliche gesundheitliche Belastung auf. Sie gehören somit zu einer burnoutgefährdeten Berufsgruppe. Die Pilotstudie prüfte, ob ein kunsttherapeutisches Interventionskonzept an einem Projekttag das Wohlbefinden von Waldorflehrern aktuell und habituell steigern konnte und welche kunst-therapeutischen Wirkfaktoren mit einem möglichen positiven Outcome in Verbindung gebracht werden konnten. Die Evaluation erfolgte mit quantitativen und qualitativen Methoden. In der quantitativen Analyse wurde eine positive Veränderung des habituellen Wohlbefindens in sieben von acht Skalen des SF-36 Health Survey ermittelt. Die Messung der Veränderung des aktuellen Wohlbefindens mit Hilfe der Beschwerdenliste (B-L) und der Aktuellen Stimmungsskala (ASTS) ergab eine signifikante Reduktion der Gesamtbeschwerden und eine signifikante Steigerung der positiven Stimmung. Drei allgemeine und sieben spezifische kunsttherapeutische Wirkfaktoren, die mit der Wohlbefindenssteigerung in Verbindung gebracht werden konnten, wurden in der qualitativen Analyse im Rahmen einer strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring generiert. Besonders relevant für das positive Outcome waren der allgemeinen kunsttherapeutische Wirkfaktor „Förderung von Erkenntnisprozessen/Unterstützung beim Aufbau von Copingstrategien“ sowie die spezifischen kunsttherapeutischen Wirkfaktoren „Stimulation von Symbolisierungsfähigkeit und Imagination“ und „Förderung von Gemeinschaftsgefühl und Selbstwirksamkeit durch Gestalten in der Gruppe“. Die Ergebnisse dieser explorativen Studie sollen in prospektiven, kontrollierten Studien überprüft werden.

Publikationen (Auswahl):

Oepen, R. (2015): Kunsttherapie zur Wohlbefindenssteigerung in Prävention und Gesundheitsförderung. Eine explorative Studie. Monographie. Berlin: EB-Verlag.

Oepen, R., Gruber, H., Heusser, P. (2015): Ein kunsttherapeutischer Projekttag zur Wohlbefindenssteigerung bei Waldorflehrern – eine explorative Studie.  Musik-, Tanz und Kunsttherapie, 26 (1), 13 – 16.

Oepen, R., Gruber, H., Heusser, P. (2017): Art Therapy to Increase the Well-Being of Waldorf Teachers in Prevention and Health Promotion – an Exploratory Study (eingereicht).

Kontakt: renate.oepen@alanus.edu


Prof. Dr. Alexandra Modesta Hopf

Professur für Intermediale Kunsttherapie
Department Kunst, Gesellschaft und Gesundheit
MSH Campus Arts & Change

2007-2014 Promotionsstudium an Universität Witten/Herdecke

Titel der Dissertation: „Wer gestaltet mein Leben? Die kurze strukturierte Kunsttherapie (KSKT®) Abschluss mit „Magna Cum Laude“

1985-1989 Studium an der Hochschule für Kunsttherapie, University of Applied Sciences Nürtingen, Abschluss mit staatlich anerkanntem Diplom

Tätigkeiten an Hochschulen oder Hochschul-assoziierten Instituten seit 2012: Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (WPO) Universität Heidelberg; Akademie für Psycho-Onklogie München (A-POM), Ludwig-Maximilians-Universität München;  Alanus Hochschule Alfter

Vorträge seit 2012:

2017 | Künstlerisches Handeln im kunstfernen Umfeld ermöglichen. Kunsttherapie in der Onkologie. Vortrage an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg

2016 | Kunsttherapie in der Onkologie – Krebs und Autonomieverlust. Vortrag an der Medizinischen Hochschule Hannover, Kunstforum e. V.

2015 | Kunsttherapie und Palliative Care. Workshop und Vortrag. Cusanuswerk, Fachschaft Medizin.

2014 | Kunsttherapie in der Palliativmedizin, HELIOS Agnes Karll Krankenhaus Bad Schwartau, 1. Bad Schwartauer Palliativtag für Betroffene, Angehörige und Pflegekräfte, Vortrag und praktische Übungen

2013 | Die kurze strukturierte Kunsttherapie (KSKT®) – Wirkfaktoren der Intervention aus Therapeuten- und Patientenperspek-tive, Vortrag, A-523-0000-00628,  DKPM 2013

2013 | Wer gestaltet mein Leben? – Die kurze strukturierte Kunst-therapie (KSKT®), eine auf Collage basierende kunsttherapeutische Intervention in der Psycho-Onkologie, Abschluss-vortrag Promotionskolloquium, Forschungstagung der Hochschulen für Kunsttherapie JETZT, Hochschule Ottersberg

Schriftenverzeichnis seit 2012:

Hopf, A. (2017): Rahmungen der Kunsttherapie. In: Tüpker, R./Gruber, H. (Hrsg.): Spezifisches und Unspezifisches in den Künstlerischen Therapien. Berlin/Hamburg:  HPB University Press, S. 107-119

Hopf, A. (2015): Die Anwendung einer kunsttherapeutischen Intervention in der Psycho-onkologie (Heußner, P./Elbing, U./Büssing, A.). Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2015/47, S. 75–78.

Hopf, A./Heußner, P./Elbing, U./Büssing, A. (2015): Wer gestaltet mein Leben? Ergebnisse einer Evaluationsstudie zur kurzen strukturierten Kunsttherapie (KSKT®). Musik-, Tanz- und Kunsttherapie 26(1) 2015, S. 1-8. Impact Faktor: 0.08

Hopf, A. (2014): Wer gestaltet mein Leben? Die kurze strukturierte Kunsttherapie (KSKT®): Entwicklung und Evaluation einer auf Collage basierenden Kunsttherapeutischen Intervention in der Psycho-Onkologie. Dissertation an der Universität Witten/Herdecke

Hopf, A./Heußner, P./Elbing, U./Büssing, A. (2014): An Art Therapy Intervention in Oncology (KSKT®), using Collage for Strengthening self-ascribed                         Autonomy. ATOL online 5(1), Goldsmiths Journals: http:journals.gold.ac.uk/535/, University London.

Mitgliedschaften:

ECArTe European Consortium For Art Therapies Education
DFKGT Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie
Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien e. V.
Westwerk Kunstverein Hamburg

Funktionen und Mitarbeit in wissenschaftlichen Gremien und Organisationen

SKaKS- Ständigen Konferenz der akademischen Kunsttherapie-Studiengänge:
Seit 2016 Mitarbeit bei der Gründung einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft
AK-Ausbildungskommision des DFKGT, Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie: Seit 2016 Mitarbeit
ECArTe European Consortium For Art Therapies Education, Krakau 2017: Delegate Member

Funktionen wissenschaftliche Fachtagungen

ImperfeKT- Intermedialität und Performativität in den Künstlerischen Therapien, Hamburg 2017: Konzeption, Planung, Organisation, Moderation, Publikation
ECArTe European Consortium For Art Therapies Education, Krakau 2017: Chair

Preise

2012 | DGHO-Posterpreis 2012 der Sitzung Psychoonkologie, Ethik, Betreuung von Patienten und Langzeitüberlebenden, Heranwachsende und junge Erwachsene (AYA) mit Krebs: Hopf, A., Heußner, P., Elbing, U., Büssing, A. (2012): Stabilizing and Supporting Inpatients Autonomy as a Therapy Purpose of an Art Therapy Intervention in Psycho-Oncology, P743/A-480-0037-00096, ONKOLOGIE – International Journal for Cancer Research and Treatment, DGHO 2012

Kontakt
MSH Campus Arts & Change
Schellerdamm 22
21079 Hamburg-Harburg
Fon:  040/ 361 2264 9445